Ja, so manch eine Nacht wird wach verbracht. Manch weitere im Dämmerzustand, halb träumend. Stundenweise wird auch richtig geschlafen, erschöpft und wahrscheinlich traumlos. Doch an was man sich erinnert, das träumt/denkt man wohl zumeist in der Dämmerphase. Bin ich nicht wach, träume ich viel.
Hans-Joachim Kulenkampf hatte mal eine Sendung, die ich persönlich wohl nicht so interessant fand, da nur ein/zweimal beim abendlichen Zappen drübergestolpert und schnell weitergeschaltet. In dieser Sendung breitete er einige Gedanken zur Nacht aus. An was man so alles denken kann und sich damit vom Schlafen abhält. Zum Glück ist es nur selten die Arbeit. Das Abschalten diesbezüglich funktioniert noch ganz zufriedenstellend. Meistens dreht es sich doch um “was-wäre-wenn-Fragen” oder? Das hat natürlich immer etwas mit Chancen zu tun. Denen, die möglich sind und denen, die verpasst wurden. Da wacht man irgendwann auf (also jetzt mal gedanklich, nicht aus dem Schlaf) und stellt fest: Ups! Wech, aus und vorbei. Kommt nie wieder. Im jugendlichen Leichtsinn macht man sich da ja nicht so den Kopf, aber je weiser, also älter (?!?) man wird, um so schneller realisiert man, was weg ist. Vielleicht ist es gar nicht schneller, vielleicht weiß man Manches einfach mehr zu schätzen. Hmm.
Chancen haben in diesem Sinne auch immer etwas mit Verlust zu tun. Manchen Verlust kann man verschmerzen. Manchen nicht. Dann gibt’s Narben. Manche verblassen, manche nicht. Die Zeit heilt alle Wunden? Naja, wohl kaum. Sie überdeckt sie. Wenn man Glück hat, mit Chancen, die nicht zu den verpassten zählen. der Mensch ist ja so angelegt, dass es ihm leichter fällt, positive Erinnerungen lebhafter zu behalten. Wohl dem, dem dies gelingt. Ist immerhin ein großes Stück zum persönlichen Glück.
Wenn sich aber nun eine als verpasst geglaubte Chance durch schicksalhafte Fügung (so langsam fange ich ja an dran zu glauben) als das eine Glück herausstellt. Nun ja, dann fällt alle Last ab, alle Wunden verschließen sich und heilen. Zurück bleibt dann nur das eine Lebensglück, nach dem man sich ewig sehnte. Ja liebe Freunde und Mitverschwörer, die Liebe. Man muss nur daran glauben.
Gedanken zur Nacht #1